Greinasafni: Söfn
Der Künstler und sein blutendes Herz
Der Künstler und sein blutendes Herz
Leben und Gefühlswelt des Ásmundur Sveinsson

Eine der interessantesten Ausstellungen in Reykjavík in diesem Jahr ist zweifellos „The Fire within“ (Das Feuer im Inneren) des Künstlers Ásmundur Sveinsson (1893-1982), einem der innovativsten Künstler Islands des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung ist in der Ásmundarsafn (Sammlung Ásmund) zu finden, eine der drei Sammlungen des Reykjavíker Kunstmuseums. Ásmundarsafn ist auch Wohnhaus des Künstlers gewesen, welches er mit seinen eigenen Händen erbaut hat. Die Ausstellung unter der Leitung von Kristín Guðnadóttir und Kristín Dagmar Jóhannesdóttir wurde am 5. Mai eröffnet und wird bis zum 14. April 2013 zu sehen sein.
Nach Jahren des Schaffens an pulsierenden Orten wie Paris und Stockholm, dem damals kulturellen Herzen Europas, kehrte Ásmundur Sveinsson zu Beginn der Großen Depression im Jahr 1929 nach Island zurück.
Er begann mit dem Bau seines Hauses in Sigtún am Rand von Reykjavík, einer immer lebendigeren und sich ausdehnenden Stadt. Im Eingangsbereich des Museums ist die Konstruktionsgeschichte des Hauses anhand von Skizzen des Künstlers aus den Jahren 1942 bis zu seiner Fertigstellung 1950 dokumentiert.
Die Ausstelllung „Das Feuer im Inneren“ spiegelt Schmerz und Freude Ásmundurs, und seine Neugier auf den Wettlauf ins All in den Sechzigern wieder. Bei der Vernissage war die symbolische Performance zweier Kinder zu sehen, beides Enkel seines Mündels Rannveig Pálmadóttir, die jene Szene nachspielten, in der der Künstler das Mädchen beiseite genommen haben soll, sie Wasser, Seife und ein Tuch holen ließ und sie anwies, den Skulpturen in seinem Garten die Füße zu waschen. Mit dieser Geste hatte der Künstler Rannveig in die Welt der Kunst einführen wollen. Der Garten ist heute als Skulpturenpark bekannt. Rannveigs Enkel reinigten nun ihrerseits respektvoll die Füße der Skulpturen, wie es einst ihre Großmutter getan hatte.
Die Ausstellung selbst ist in drei zentrale Themen unterteilt, jede einzelne ist dabei mit symbolischen Wandgemälden und intensiver Beleuchtung unterlegt.
Das erste Thema behandelt den Garten, die entsprechende Ausstellungsfläche wurde dafür grün angestrichen. Das Thema feiert Ásmundurs Liebe und Bewunderung für Frauen. In vielen seiner Werke spiegelt sich die mütterliche Darstellung von Weiblichkeit vor allem in der Darstellung von Gartenthemen wieder. Die Frau ist ein erotischer, aber zärtlicher Liebhaber und wird als solcher gefeiert. Das in roten Ton gekleidete Kunstwerk „Mann und Frau“ betont diese beiden Akzente, pure Erotik und Zärtlichkeit.
Im zweiten Thema wird das „Schlachtfeld“ behandelt. Dafür wurden die Außenmauern der Ausstellungsfläche dunkelrot gestrichen. Das Schlachtfeld ist das Leben selbst und porträtiert das blutende Herz des Künstlers und seinen Schmerz. Die aus grauem Beton und Obsidian gearbeitete Skulptur „Schwarze Wolken“ stellt eine üppige, aber unfruchtbare Frauenfigur mit geschwollenen Brüsten dar, die in die Lücke ihrer leeren Umarmung herabschaut.
Ásmundur überlebte beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts. Er befand sich während der Kriege auf dem Kontinent und wurde Zeuge der unvorstellbaren Grausamkeiten. Verschiedene Werke der Ausstellung spiegeln diese Kriegserfahrungen wieder.

Das dritte, beeindruckendste Thema wird „Sehnsucht nach Raum” genannt. Beeinflusst durch den Wettlauf ins All in den späten Fünfzigern und Sechzigern gab Ásmundur Skulpturen wie „Fliegende Untertasse“, „Der letzte Zugvogel“ oder „Harmonie der Sphären“ Gestalt. Sie sind alle in der Pyramide zu finden.
Das Zentrum des Themas in der blaue Dom im ersten Stock. Die drei dort ausgestellten Skulturen sind klein, dirigieren jedoch das Auge in das Zentrum der Kuppel, wo die Stimme hallt und ihr Klang bis hinunter in den Eingang reicht. Das Gefühl, die eigene Balance zu verlieren, wächst und bemächtigt sich des Gemüts. Schauder laufen über den Körper, während man in die weißgestrichene Lobby zurückkehrt.
Die Ausstellung ist vom 1. Mai bis 30. September zwischen 10 Uhr und 17 Uhr geöffnet, vom 1. Oktober bis 30. April zwischen 13 Uhr und 17 Uhr.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter
http://www.artmuseum.is/desktopdefault.aspx/tabid-2174/3435_read-6299
oder telefonisch beim Museum selber unter +354 553 2155.

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