Segeln mit Charcot
Segeln mit Charcot
Ein altes französisches Segelschiff in Sandgerði

Jean-Baptiste Charcot erblickte im Jahr 1867 das Licht der Welt. Mit drei Jahren stieg er in eine alte Seifenkiste, malte “Pourqui Pas?“ (Warum nicht?) auf die Seite und setzte Segel – im Schwimmbecken des elterlichen Gartens. Das Boot sank, Jean-Baptiste wurde nass, überlebte jedoch.
Die französische Gesellschaft wurde ihm rasch zu oberflächlich.  Mit 25 Jahren kaufte er im Jahr 1892 sein erstes Segelschiff und segelte nach den Shetlandinseln, auf die Hebriden, Färöerinseln und nach Island. Im folgenden Jahr starb sein Vater und hinterließ ihm ein stattliches Erbe. Damit konnte er das ungeliebte Medizinstudium endgültig gegen ein Leben für die Forschung und ein abenteuerliches Seefahrerleben eintauschen.
Gleich bei seiner ersten Antarktisfahrt kartierte er 600 Meilen neuer Küstenlinie und bislang unbekannte Inseln. Eine weitere erfolgreiche Expedition folgte, und man nannte ihn bald den „Gentleman des Nordpols“. Nach dem 1. Weltkrieg leitete er Expeditionen zu den Färöerinseln, nach Jan Mayen, Island und Grönland. Die „Pourquoi Pas?“ diente ihm als wissenschaftliches Forschungsschiff mit einer großen Bibliothek und drei Laboratorien an Bord. Es ankerte mehrfach in Island, wo Charcot Freunde gewann, darunter den isländischen Naturkundler Bjarni Sæmundsson. Die beiden trafen sich in Reykjavík anlässlich einer Reparatur am Schiff, und es sollte das einzige Mal bleiben …

Die Katastrophe
Die “Pourqui Pas?“ setzte am 16. September 1936 Segel und war auf dem Weg nach Frankreich, als ein heftiger Sturm sie vom Kurs abtrieb und im Faxaflói auf einen Felsen warf. Von der 40-köpfigen Besatzung überlebte nur ein Einziger. Die Nachricht säte Entsetzen in Island, in Reykjavík wurde ein Gedenkgottesdienst für die Ertrunkenen abgehalten.
Wie es auf der “Pourquoi Pas?” wohl gewesen sein mag, das kann man am Suðurnes Forschungszentrum in Sandgerði zumindest ansatzweise erfahren. Das Schiff ist dort nämlich teilweise rekonstruiert worden und enthält große Teile der Originalausrüstung sowie Dinge aus Charcots persönlichem Besitz. Daraus ist eine dramatische Ausstellung entstanden, die einen Eindruck vom Leben an Bord vermittelt und ob ihrer Eindringlichkeit einen Besuch in der kleinen Stadt am Südzipfel Islands unbedingt wert ist.

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