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Bildhauer einer Nation
Bildhauer einer Nation
Isländischer Geist in einem Museum: die Skulpturen des Einar Jónsson

So wie der menschliche Geist dem Körper Leben einhaucht, so hat die Vorstellungskraft von Einar Jónsson der isländischen Folklore eine äußere Form gegeben. Einar wurde im Jahr 1874 auf dem elterlichen Hof in Galtafell in Südisland geboren. Schon als Kind zeigte er außerordentliches Talent, seine Ideen künstlerisch umzusetzen, und so war es kein Zufall, daß seine Vorstellungskraft ihn zum Studium nach Dänemark führte.
Im Jahr 1901 vollendete Einar seine Studien an der Königlichen Akademie der Künste in Kopenhagen und nahm als Preisträger für seine Skulptur „Outlaws“ sogleich seinen Platz in der internationalen Kunstszene ein. Er verbrachte einige Jahre in Europa, verfeinerte seine Fähigkeiten innerhalb einer radikalen Gruppe dänischer Bildhauer und nahm an der aufkommenden philosophischen Debatte über Individuum und Rolle des Künstlers teil. Einar weigerte sich standhaft, kreative Kompromisse einzugehen, indem er etwa den ihn gerade umgebenden kulturellen Stil kopierte. Er blieb stattdessen seinem Heimatland treu, indem er seine eigene reiche Imagination mit dem tiefen Wissen über Islands literarisches Erbe verknüpfte. Seine Arbeit entwickelte daraus einen ganz eigenen Charakter und half gleichzeitig, den Weg für die Bildhauerei in Island zu ebnen.

Einar Jónsson wird oft mit den alten isländischen Skalden verglichen, die ihren Beschreibungen von Alltagsleben stets eine Doppelbedeutung gaben, „indem sie die Melodien des menschlichen Lebens auf dem Saiteninstrument der Natur spielten.“ Die Interaktion zwischen Mensch und Natur und der Einfluß, die sie aufeinander hatten, sind integrale Bestandteile des Lebens. Skulpturen wie „Die Welle der Zeiten“ (Alda aldanna), die eine riesige Frau mit dem Himmel  entgegengereckter Wange darstellt, zeigen Jónssons Tendenz, Menschsein als unpolierte Natur abzubilden.
Der Sockel der Skulptur besteht aus sich in einer Welle windenden Körpern, von denen einer heldenhaft emporsteigt, und die Entbehrungen durch die Natur schultert. Beim Wort genommen, zeigt die Skulptur den ständigen Kampf der Isländer gegen die Elemente. Auf einer symbolischen Ebene steht sie für das Streben nach etwas Höherem, und daß die belohnt werden, die sich gegen ihr armseliges Dasein wehren. 

Einar Jónsson’s Werk behandelt universelle Themen. Die Zeit, ein listiges und oft trügerisches Tier, hat schon viele Künstler beschäftigt. Einar positionierte die alte nordische Figur der Zeit mit einem symbolischen Globus auf ihren Schultern zwischen die schöne Jugend des Tages, ihrerseits einen Kreis in den Händen haltend, und einer die Nacht repräsentierenden jungen Frau, die dem Tag einen Kranz reicht. Isländische Poesie beschreibt die Zeit als rollende Tage und füllt die Verse mit all der Bewegung, die der Zeit innewohnt.
Nach Jahren von Studium und internationaler Anerkennung entschied Einar sich, nach Hause zurückzukehren und sein Lebenswerk Island zu stiften, wenn ein geeignetes Haus dafür vorhanden sei. Das Einar Jónsson Museum entstand schließlich in seinem Wohnhaus, in der Nähe der Hallgrímskirche. Als das Haus im Jahr 1916 erbaut wurde, gab es Reykjavík in der heutigen Größe noch nicht, und es stand in einer unfruchtbaren, sandigen Gemarkung. Die Ausstellung zeigt alte Fotos, wo der Künstler nach Fertigstellung des Hauses stolz davor posiert. Er lebte im Obergeschoß und nutzte das Untergeschoß als Atelier und Werkstatt.
Das Museum bietet nicht nur eine Retrospektive auf Einars Werk, es gewährt auch Sicht auf sein privates Leben und seine damaligen Lebensumstände. Obwohl er ein Weltenbummler gewesen ist, hat sein Herz immer für Island geschlagen. Er setzte seiner Insel in seinen Monumenten und Skulpturen ein Denkmal und schenkt uns dadurch Einblick in Herz und Geist eines mit seinen Händen arbeitenden Poeten.

Listasafn Einars Jónssonar/Einar Jónsson Museum
Eiríksgata • 101 Reykjavík
+354 551 3797
skulptur@skulptur.is
www.skulptur.is

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