Vögel im Breiðafjörður
Vögel im Breiðafjörður
Ein Paradies für Fotografen

Der Breiðafjörður ist eine weiträumige und flache Bucht an der Westküste Islands. Die Bucht stellt das größte Flachwassergebiet des Landes dar, auf der Wasseroberfläche wie unter Wasser tummelt sich ein reiches Tierleben. Starke Gezeiten und Strömungen prägen die Bucht stärker als sonstwo in Island. Etwa ein Viertel aller Strände des Landes befinden sich im Breiðafjörður. In den Gewässern schwimmen mehr benthische Arten als anderswo in Island. Im Volksglauben heißt es, daß die Inseln des Breiðafjörður ohne Zahl sind, man schätzt sie auf etwa 2500. Einst war diese Bucht reich an Nahrungsresourcen, und viele der Inseln sind lange bewohnt gewesen. Heute lebt hier kaum mehr jemand und die meisten Inseln sind verlassen – nur zwei von ihnen werden das ganze Jahr über bewohnt. Auf vielen anderen Inselchen pflegt und nutzt man die Gebäude als Sommerdomizile. Das Vogelleben im Breiðafjörður ist einzigartig und seine Artenvielfalt für Island und den gesamten nordatlantischen Raum von großer Bedeutung. Inzwischen ist die Bucht gesetzlich geschütztes Gebiet, zuvor war sie bereits durch die Vogelschutzorganisation BirdLife International als Vogelschutzgebiet (IBA) ausgeschrieben gewesen. Látrabjarg, ihr felsiger Außenposten nach Norden und Westen, ist der  größte Vogelfelsen des Nordatlantik. Die Natur des Breiðafjörður wird vor allem durch Vögel bestimmt. Sie sind abhängig vom maritimen Leben, und alle nisten sie in großen Kolonien. Auch die Strände des Breiðafjörður sind ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel, die dort auf ihrem Weg zu den Winterquartieren östlich des Atlantiks oder zu den Brutgebieten in Grönland und den arktischen Inseln Kanadas pausieren.  Die Vogelvielfalt basiert auf dem riesigen Nahrungsangebot, welches das fruchtbare Land, die starken Gezeiten und die dadurch artenreiche See für sie bereithalten.
Wie wichtig der Breiðafjörður für die Vogelwelt ist, zeigt die Tatsache, daß zwei Drittel der isländischen Seeadlerpopulation und der größte Teil der Kormorane und Krähenscharben in der Bucht brüten. Auch die weltweit größte Tordalkenkolonie befindet sich auf dem Vogelfelsen Látrabjarg, und etwa ein Drittel der isländischen Eiderentenpopulation baut ihre Nester im Breiðafjörður. Die größten Brutgebiete der Eismöwe liegen hier, ebenso wie große Kolonien des Eissturmvogels, der Dreizehenmöwe und der Küstenseeschwalbe. Auch Ringelgans, Knuttstrandläufer und Steinwälzer bevölkern im Frühjahr und Herbst die Strände der Region. Der Seeadler gilt als König der isländischen Vögel. Dieser majestätische Vogel war um das Jahr 1960 beinahe ganz ausgerottet gewesen. BirdLife Island kämpfte gegen Engstirnigkeit und Ignoranz und schaffte es, die Population zu retten – im Breiðafjörður konnte sie gedeihen, und bis heute ist die Bucht das Hauptnistgebiet des Adlers. Derzeit brütet der Adler vor allem auf den kleinen Inseln und Halbinseln und sucht sich gerne Klippenecken für sein Nest. Zu Zeiten, als es nur noch ganz wenige Exemplare gab, nistete er in unwegsamen Gebirgszügen. Der Seeadler steht unter strengstem Naturschutz, die Nester dürfen nur mit Genehmigung des Umweltministeriums aufgesucht werden. Der Touristikanbieter Sæferðir, der von Stykkishólmur aus Bootsfahrten über den Breiðafjörður anbietet, hat die ministerielle Erlaubnis, in die Nähe der Nester zu segeln und diesen wunderbaren Vogel aus der Nähe zu zeigen.
Der atlantische Papageientaucher gehört zu den häufigsten Vögeln im Breidafjörður. Er nistet dicht auf dicht in riesigen Kolonien auf grasigem Gelände, womit die Bucht reich gesegnet ist. Er taucht nach Fisch, und im Spätsommer sieht man ihn oft mit Sandaalen für seinen Jungen durch die Luft fliegen. Der Papageientaucher ist Liebling aller Touristen, im Breidafjörður muss man nicht lange suchen.
Die Fähre Baldur fährt auf ihrem Weg von Stykkishólmur nach Brjánslækur auf der Insel Flatey mitten im Breidafjörður vorbei. Es lohnt sich, einen ganzen Tag hier zu verbringen und sich am Abend wieder mitnehmen zu lassen, aber natürlich kann man auf Flatey auch Urlaub machen. Das Vogelleben auf Flatey ist artenreich und außergewöhnlich, weil viele Vögel auf der Insel ungewöhnlich zutraulich sind. Am häufigsten sieht man auf Flatey die nachtschwarze Gryllteiste mit ihren weißen Flügelspitzen und roten Beinen und dem hellroten Maulinneren. Ihre Hauptnahrungsquelle ist der Butterfisch, den sie in den Algen in Strandnähe jagt. Auch Papageientaucher trifft man am Lundaberg Kliff und auf den Inselchen um Flatey herum. Des weiteren finden sich Krähenscharben, Eissturmvögel, Dreizehenmöwen und Eiderenten. Die Schneeammer singt ihr Lied von Hausdächern und Felsvorsprüngen.  Das Odinshühnchen tanzt um kleine Tümpel herum, man trifft es bisweilen auf dem Meer an, wo auch sein Vetter, das Thorshühnchen zuhause ist. Am Strand eilt die Schnepfe entlang, Möwen umflattern den Besucher und versuchen, ihre Nester zu schützen.
Die Klippe Látrabjarg liegt außerhalb des Schutzgebietes, man möchte meinen, hier ist das Zentrum der Vogelwelt, so voll hängen die Felsnasen von rastenden Möwen, Lummen und zahllosen anderen Arten. Von Bjargtangar aus gelingen die besten Fotos auch ohne Speziallinse, weil die Papageientaucher so nah sind, daß man sie anfassen könnte. 

Viel Spaß bei der Vogelbeobachtung!

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