Ein Wandteppich zur Völkerverständigung

Ein Wandteppich zur Völkerverständigung
Kabale und Liebe auf isländisch
Hvolsvöllur in Südisland ist nicht nur das Tor zur vulkanischen Wildnis Islands. Hier betritt der Reisende auch uraltes Sagaland. In der Region ereigneten sich vor beinahe 1000 Jahren schier unglaubliche Familiendramen, die ein Gelehrter im 13. Jahrhundert aufgeschrieben und der Nachwelt erhalten hat. In der Saga von Njál geht es um Morde, die Beziehungen von Freunden und Eheleuten und um eine dramatische Familienfehde, die mit der Auslöschung einen ganzen Sippe endet.

Dieser Saga und ihrer modernen Aufbereitung hat sich das Museum in Hvolsvöllur verschrieben, und hier befindet sich eins der ungewöhnlichsten Kunstprojekte in ganz Island: der Njálsteppich.

Njál auf neuen Wegen
Die Sprache der isländischen Sagas erscheint uns fremd und trocken, und so kann es nur als geniale Idee bezeichnet werden, daß die Künstlerin Kristín Ragna Gunnarsdóttir diese mitreißende Geschichte in ein ungewöhnliches Bilderprojekt umgewandelt hat, welches Besucher und Interessierte mitgestalten sollen.

Inspiriert vom berühmten Teppich im normannischen Bayeux hat Kristín auf  91,5 Metern Leinwand die Njálssaga in mittelalterlich anmutenden Bildern aufgedruckt und mit Originalzitaten betitelt. Figuren und Ornamente warten nun darauf, von fleissigen Händen ausgestickt zu werden. Als Stickmaterial steht feingesponnene Islandwolle zur Verfügung,  die mit einheimischen Kräutern gefärbt wurde und durch ihre frischen und lebendigen Farben beeindruckt.

1000 Jahre – 1000 Hände
Das Projekt ist ehrgeizig. Es braucht sicher 1000 Hände, um diese 1000 Jahre alte Geschichte in lebendige Bilder zu verwandeln.

Jeder ist eingeladen, an dem großen Werk mitzuhelfen. Hier sitzen Stickkünstlerinnen neben Kegelclubs, Reiterinnen neben Wanderfreunden und Managern. Ganz gleich, ob man nur eine Stunde Zeit findet, oder einen regnerischen Nachmittag in der gemütlichen Stickwerkstatt verbringen will, ganz gleich aus welchem Land man kommt und welche Sprache man spricht. Bilder und bunte Wollfäden sollen Menschen aller Nationen miteinander verbinden und zum gegenseitigen Kennenlernen und Geschichtenerzählen animieren – wie in den Tagen des Njál, als man in den Wikingerhallen zusammenkam, um Geschichten auszutauschen. Gibt es eine schönere Möglichkeit,  Einheimische auf entspannte Art kennenzulernen? Die imposante Leinwandrolle ruht auf einem Gestell und offenbart nur zehn Meter der Njálssaga – das Jahreswerk für 2013. In jedem Jahr sollen zehn Meter Stickerei geschafft werden. Sticken Sie mit!

Zeitreise mit Happy End
Das Museum in Hvolsvöllur ist ein Ort für Zeitreisen, ob man die Ausstellung über die isländische Kaufmannsvereinigung besucht, oder sich im Labyrinth der Njálssaga verliert. Vor allem letztere kitzelt die Sinne, wenn sich Textbeiträge der Audioführung mit aussagekräftigen Repliken wie Kleidern und Waffen und geradezu überwältigenden Gemälden ausgesuchter Szenen mischen. 

Einmal tief durchatmen und das Ganze im Museumscafé sacken lassen, welches dem wikingischen Langhausstil nachempfunden wurde und den Besucher im feinen Dämmerlicht über Kaffee oder einer heißen Suppe wieder in die Gegenwart kommen lässt. Zum Ausklang bietet sich die wechselnde Fotoausstelllung im großen Saal an. Hier präsentieren junge Künstler der Region ihren ganz persönlichen Fokus auf Island, und der schwarzglänzende Flügel in der Mitte des Raumes verrät, daß im Museum auch Konzerte aller Art stattfinden.  Das aktuelle Programm finden Sie auf der Homepage des Museums.


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